
Schwimmstadion Taranto
Neues Schwimmstadion für die 20. Mittelmeerspiele 2026
In der süditalienischen Küstenstadt Taranto entsteht derzeit das neue Stadio del Nuoto, eine der zentralen Sportstätten der Mittelmeerspiele 2026. Das Projekt wird Athletinnen und Athleten aus dem gesamten Mittelmeerraum willkommen heißen und gleichzeitig einen langfristigen Mehrwert für die Stadt schaffen.
Das neue Schwimmstadion umfasst rund 12.000 m² und beherbergt zwei 50 Meter lange olympische Becken: eine Schwimmhalle mit Tribüne für etwa 980 Zuschauer sowie ein Außenbecken mit rund 1.000 Sitzplätzen.
Neben internationalen Wettkämpfen wird die Anlage künftig auch Trainingsmöglichkeiten, Freizeitangebote und sportmedizinische Einrichtungen für die lokale Bevölkerung bieten.
Wir von Rubner realisieren die Holzkonstruktion der Dachstruktur über der Schwimmhalle. Die rund 3.800 m² große Dachfläche wird von großen gebogenen Brettschichtholzträgern und CLT-Dachplatten getragen und verleiht dem Gebäude seine charakteristische doppelt gekrümmte Form.
Ein Projekt mit Signalwirkung
Architektur, Sport und Nachhaltigkeit
Das Stadio del Nuoto wurde als eines der zentralen Projekte für die Mittelmeerspiele 2026 entwickelt. Die Architektur greift dabei Elemente der historischen Bastionen Tarantos auf und interpretiert sie in einer zeitgemäßen Form.
Von Beginn an spielte auch der nachhaltige Umgang mit Ressourcen eine wichtige Rolle. Holz verbindet hohe Tragfähigkeit mit einem geringen Eigengewicht und einer guten CO₂-Bilanz. Gleichzeitig schafft die Holzkonstruktion eine warme, charakteristische Atmosphäre im Innenraum der Schwimmhalle.
Schon die ersten Visualisierungen machten deutlich: Hier entsteht nicht nur eine Sportstätte für ein internationales Event, sondern ein neues architektonisches Zeichen für die Stadt.


Baustellenstart
Vom Entwurf zur Realität
Mit dem Baustart begann die Umsetzung der Planungen auf der Baustelle. Schritt für Schritt wird aus der architektonischen Idee nun eine sichtbare Struktur.
Die Lage des Projekts direkt an der Küste bringt besondere Herausforderungen mit sich. Windverhältnisse vom Meerbeeinflussen regelmäßig den Ablauf der Bauarbeiten und erfordern eine flexible Planung der Montage- und Hebevorgänge.
Auch die Logistik auf der Baustelle verlangt eine präzise Koordination. Mehrere Gewerke arbeiten parallel auf begrenztem Raum, während große Holzelemente temporär gelagert werden müssen. Für uns bedeutet das eine enge Abstimmung aller Abläufe – von der Anlieferung der Bauteile bis zur Montage auf der Baustelle.


Wenn das Dach entsteht
Ein bedeutender Meilenstein: die Montage der ersten Elemente der Holzdachkonstruktion
Für die Konstruktion liefern und montieren wir:
- 860 m³ Brettschichtholz
- 342 m³ CLT-Dachplatten
- 11.500 kg Stahlverbindungen
Die Dachstruktur wird von 26 großen gebogenen Brettschichtholzträgern getragen. Die längsten dieser Träger erreichen eine Länge von bis zu 51,80 Metern und ein Gewicht von rund 19,5 Tonnen.
Jeder Hauptträger wird zunächst aus zwei Elementen am Boden zusammengesetzt. Anschließend heben wir ihn mit einem 750-Tonnen-Autokran in seine endgültige Position. Mehrere Montageteams arbeiten dabei parallel, um die komplexe Dachgeometrie Schritt für Schritt umzusetzen.
Mit jedem montierten Träger wird die architektonische Idee des Projekts sichtbarer. Was einst als Entwurf auf dem Zeichenbrett begann, wächst nun zu einer eindrucksvollen Holzkonstruktion über der Schwimmhalle heran.


Komplexität in Bewegung
Logistik als Teil des Engineerings
Die Lage von Torre d’Ayala direkt am Meer stellte besondere Anforderungen an die Abläufe auf der Baustelle. Begrenzter Platz, außergewöhnlich große Holzelemente, mehrere gleichzeitig arbeitende Teams und große Hebegeräte mussten präzise aufeinander abgestimmt werden.
Auch die temporäre Lagerung der Bauteile sowie die Reihenfolge von Anlieferung und Montage waren Teil dieser Planung. Eine zusätzliche Herausforderung war der wechselnde und teilweise starke Wind vom Meer. Er beeinflusste unmittelbar, wann Hebevorgänge durchgeführt werden konnten, und erforderte eine flexible Planung sowie eine kontinuierliche Abstimmung zwischen den Teams.
Die Logistik war damit kein nachgelagerter Teil der Ausführung, sondern ein wesentlicher Bestandteil des Engineerings.



16 Wochen auf der Baustelle
Von der Montage der ersten Elemente bis zur vollständigen Holzkonstruktion vergingen rund 16 Wochen.
Ein Zeitraum, der zeigt, welchen Unterschied ein hoher Vorfertigungsgrad, detaillierte Planung und präzise koordinierte Abläufe auf der Baustelle machen können.
16 Wochen auf der Baustelle
26 gebogene Hauptträger
bis zu 51,80 m Trägerlänge
rund 3.800 m² Dachfläche
Von der Konstruktion zur Architektur
Mit der Fertigstellung der Holzkonstruktion veränderte sich das Erscheinungsbild des Stadio del Nuoto noch einmal deutlich. Aus der sichtbaren Tragstruktur wurde Schritt für Schritt die fertige Dachlandschaft.
Die von uns realisierte Holzkonstruktion wurde in das Gesamtsystem des Gebäudes integriert und außen durch die Metalldacheindeckung komplettiert. Im fertigen Bauwerk zeichnet sich die große gekrümmte Fläche über der Indoor Schwimmhalle deutlich ab und prägt die Silhouette des Stadions unmittelbar am Meer.
Dabei ist das Dach Teil eines größeren architektonischen Zusammenspiels. Das Gebäude erstreckt sich über drei Ebenen, die zum Meer hin abfallen. So entsteht eine kontinuierliche Beziehung zwischen den beiden Schwimmbecken, den Innenräumen und der Landschaft des Mar Grande.
Auf insgesamt rund 12.000 m² vereint das Stadio del Nuoto ein olympisches 50 Meter Indoor Becken, ein olympisches 50 Meter Outdoor Becken, insgesamt rund 2.000 Zuschauerplätze sowie Bereiche für Wettkämpfe und zukünftige Sport und Freizeitaktivitäten.
Gebaut für die Spiele. Geblieben für Taranto.
Mit dem Ende der Giochi del Mediterraneo endet die Geschichte des Stadio del Nuoto nicht. Die neue Anlage bleibt Taranto als dauerhafte Sportinfrastruktur erhalten.
Künftig bietet sie Raum für Schwimmsport und Training, für Vereine und Wettkämpfe, für die Ausbildung neuer Generationen von Athletinnen und Athleten sowie für Sport und Freizeit in der Gemeinschaft. Damit wird das Stadio del Nuoto Teil eines größeren städtebaulichen und infrastrukturellen Wandels der Stadt.

