Das Kloster in Apulien

Projekt Monastero

Ein ganz besonders Projekt für Rubner Haus war die Realisierung des Klosters „Santi Francesco e Chiara“ in Lecce im Salento.

Lecce ist von einem besonderen Barockstil geprägt. Alle Gebäude sind aus einem speziellen, weißen, brüchigen Stein, der „pietra leccese“ gefertigt, der sich durch die Luft verhärtet und im Laufe der Zeit eine warme, goldene intensive Farbe annimmt. Wenn man durch die Altstadt von Lecce spaziert, wird man von den wunderschönen Gebäuden, von der leuchtenden Farbe und den vielen Ornamenten und phantasievollen Dekorationen in eine andere Welt entführt.

Die Idee, in dieser Umgebung und bei dieser Tradition ein Kloster aus Holz zu errichten, war innovativ und mutig.

„Wir sind gegen den Strom geschwommen und haben uns viele kritische Stimmen angehört. Aber überzeugt davon, uns im Sinne der Enzyklika von Papst Franziskus, die zur vollständig ökologischen Mentalität aufruft, richtig zu verhalten, haben wir uns von unserer Idee nicht entmutigen lassen“.

Der Architekt hat die Klosterfrauen dabei unterstützt, ein zeitgenössisches Projekt in Holzbauweise zu realisieren. Da das Kloster etwas außerhalb der Stadt liegt ist das Gebäude von der ländlichen Bauweise der umliegenden Bauernhöfe inspiriert. Entstanden ist ein schlichtes, kleines klösterliches Dorf, in dessen Zentrum sich die Kirche, wie die Haustürme der alten Höfe, befindet. Die Fassaden sind komplett in weiß gehalten, um der typischen Farbe der Häuser im Salento gerecht zu werden.

„Wir führen ein sehr einfaches Leben und dies sollte sich auch in der Architektur des Klosters wiederspiegeln. Unser Tagesablauf richtet sich nach den Rhythmen der Natur, des Sonnenaufgangs und Sonnenuntergangs. Abseits der Hektik, der Produktivität und Effizienz, die das Leben der meisten Menschen bestimmen, möchte man vielleicht meinen, dass wir nichts Sinnvolles machen, aber die vielen Menschen, die täglich an unsere Klostertür klopfen, weil sie einen Moment der Ruhe, des Entsagens allen Überflusses brauchen, beweisen das Gegenteil.“

Die Nonnen im Kloster „Santi Francesco e Chiara“ haben es sich zum Ziel gesetzt, einen ökologischen Lebensstil zu pflegen und dies nicht nur, indem sie ein Kloster aus Holz gebaut haben, das mit Photovoltaik Anlagen und Solarpanelen ausgestattet ist. Ein achtsamer und maßvoller Umgang mit den Dingen, die zur Verfügung stehen, Teilen, mit den Menschen, die an die Klostertür klopfen, biologische Produkte aus dem eigenen Garten und die Dankbarkeit, für das, was Gott gibt, prägen das tägliche Leben. Die Produkte aus eigener Produktion dienen nicht nur der Ernährung, sondern auch dazu, die eigenen Kosten zu decken. Krippenfiguren werden aus Pappmache und Terracotta geschaffen, Früchte zu Marmelade verarbeitet und Liköre zubereitet sowie Kekse gebacken.

Als nächsten Schritt haben es sich die Klosterfrauen zum Ziel gesetzt, aus den 9 Hektar Grund, die das Kloster umgeben, eine Grünzone für die Menschen der Umgebung und sich selbst zu schaffen – ein kleines Stück Schönheit auf Erden, ein Ort des Rückzugs, des in sich kehren, des Dankes.

Informationen zum Projekt

Architekt Studio ACME

Standort Apulien

Wandsystem Casablanca

Überzeugt hat uns die Idee der Einfachheit und Genügsamkeit in Bezug auf die Natur und die Umwelt - Für uns, Schwestern des Bettelorden, ist das Holzhaus unserem Leben sehr ähnlich, das der Einfachheit und der Natürlichkeit gewidmet ist.

Suor Marilù, Schwester, die im Kloster lebt