Walden 48 Berlin

Mehrgeschossiger Wohnbau

Berliner Baugemeinschaft entscheidet sich aus ökologischen und planerischen Gründen für Holz-Massivbau. Das sechsgeschossige Wohngebäude mit 42 Wohnungen erfüllt besondere Aufgaben im Schall- und Brandschutz und speichert ca. 1.500 Tonnen CO2

Das  Wohnhaus Walden 48 sei ein sehr gelungenes Beispiel innerstädtischer Nachverdichtung. Die Vorbildwirkung des Projektes liege in der hohen Qualität architektonischer Gestaltung. Als Gebäude mit starkem Anteil an sichtbaren Holzoberflächen und -fassaden sei es beispielhaft für den urbanen Holzbau und setze einen Meilenstein im Diskurs um den Wohnungsbau in Holzbauweise, der gerade in Berlin einsetzt - so die Jury für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis 2020, für den der Wohnbau zusätzlich zum Architekturpreis Berlin 2020 nominiert wurde.

Das  Projekt wurde durch Scharabi Architekten in Arbeitsgemeinschaft mit Anne Raupach realisiert. 

Die Holzkonstruktion der Fassade ist nicht nur hoch wärmedämmend  ausgeführt, sondern auch hoch schallisolierend zur stark befahrenen Landsberger Allee. Darüber hinaus punktet die Bauweise mit flexiblen Grundrissen. Durch die Deckenspannweite von 7,20 m und Raumtiefen bis zu 13 Meter konnten Wohnungen mit großzügigen Raumaufteilungen ohne Stützen und nach den individuellen Vorstellungen der einzelnen Bauherren realisiert werden.

Der Baustoff Holz sorgt für eine natürliche Feuchteregulation, nahezu 100% elektromagnetische Strahlungsabsorption und in Kombination mit dem hohen Anteil an sichtbaren Holzoberflächen (Decken, Wände) für ein gesundes Raumklima. 


Entstanden ist am Volkspark Friedrichshain auf rund 7.000m² Bruttogeschossfläche und nach den Wünschen der Baugemeinschaft ein sechsgeschossiges, 60 Meter langes Holzmassiv-Wohngebäude mit 43 Wohnungen.

Informationen zum Projekt

Ort Berlin

Fertigstellung 2020

Bauherr Baugemeinschaft Walden 48, Berlin

Architektur ARGE Scharabi | Raupach, Berlin

Größe 2.700 m² Fassadenelemente | 4.000 m² Holz-Beton-Verbunddecken | 922 m³ BSH | 711 m³ CLT

Fotos Jan Bitter

Im Kellergeschoss befindet sich ein Fahrradparkhaus, im Geschoss darüber wurden drei E-Carsharing-Plätze eingerichtet. Im Erdgeschoss und auf dem Dach sind Gemeinschafts- und Gewerbeflächen angeordnet, die etwa ein Siebtel der Gesamtfläche ausmachen. Das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss verbinden zudem Maisonette-Wohnungen. Straßenseitig wurde die zweischichtig hohlraumgedämmte Fassade mit Schiefer verkleidet, Erd- und Dachgeschoss wurden mit einer Lärchenholzschalung ausgeführt. In Richtung des parkartigen Geländes besticht der Bau durch offene Balkone und Terrassen auf der obersten Ebene. Die Gartenfassade mit einer unbehandelten Lärchenholzschalung zieht sich geradezu in die Wohneinheiten hinein.

Auch die drei Fahrstuhlkerne, sämtliche Treppenläufe und die Podeste sind in Massivholz umgesetzt.

Die Decken sind in Holzbeton-Verbundbauweise ausgeführt. Einzig die Wände der Treppenhäuser und das Kellergeschoss bestehen aus Stahlbeton. Durch die energieeffiziente Holzbauweise zusammen mit einem nachhaltigen Energiekonzept wird der KfW 55-Standard erreicht.

Viele Sichtoberflächen

Brandschutzkonzept

Auch im Brandschutz setzt das Gebäude Verbindung mit seinen sichtbar belassenen Holzkonstruktionen und dem Verzicht auf Gipsbekleidungen einen Meilenstein. So ist es möglich, die positiven Eigenschaften des Holzes erlebbar zu machen, das Bauen mit Holz zu vereinfachen und Kosten zu reduzieren.

Der Rohbau wurde aufgrund der werksseitigen Vorfertigung in nur 31 Wochen errichtet. Der konstruktive Holzbau von Rubner Holzbau beweist eindrucksvoll, dass Holzbau nicht nur für rurale Gebiete geeignet ist, sondern auch für zentrale Lagen in großen Städten.