Sonderkonstruktionen

Außergewöhnlich Bauen

Sonderkonstruktionen

Außergewöhnlich Bauen

Sonderkonstruktionen aus Brettschichtholz

außergewöhnliche Architektur

Zugegeben, kein Projekt gleicht in unseren Unternehmen dem anderen. Auch wenn wir seit Jahrzehnten Hallen, Häuser, Ställe, Kirchen, Büros oder Einkaufszentren realisieren, immer ist das Ergebnis ein individuelles Gebäude, genau für diesen Ort, genau auf diese Kundin oder diesen Bauherren zugeschnitten.

Manchmal aber stechen Bauaufgaben besonders heraus. Auftraggeber, die ihre ganz eigene Idee verwirklichen wollen. Sie suchen ein Alleinstellungsmerkmal für ihr Unternehmen, ihre Gemeinde oder Tourismusregion - oft finden sie das besondere Etwas im Holzbau.

Auch hochspezialisierte Anforderungen an Gebäude zum Beispiel für Forschungszwecke können Sonderlösungen erfordern, die wir gemeinsam mit den Kunden entwickeln und im Holzbau planen.

Außergewöhnliche Architektur in Holz im Rahmen von "design and build"-Aufträgen zu realisieren, verschafft uns besonders viel Freude. Unsere Tragwerksplaner und Ingenieurinnen bringen ihre Expertise mit ein und unterstützen auf Wunsch den Planungsprozess als Projektpartner.

Aussichtsturm am Pyramidenkogel

Hmmelsschraube in Keutschach am See (AT)

Der fast 100 m hohe Aussichtsturm aus Holz, geplant vom Architekturbüro Klaura, Kaden + Partner aus Klagenfurt und der Tragwerksplanung Lackner + Raml aus Villach, ist eine aus 16 mächtigen, elliptisch angeordneten Holzstützen bestehende Konstruktion, die sich als „Korbtragwerk“ spiralförmig in den Himmel schraubt.

Rubner Holzbau Ober-Grafendorf produzierte ca. 500 m³ Brettschichtholz, 1.000 m² Brettsperrholz und 300 Tonnen Stahl (in Zusammenarbeit mit der Firma Zeman) und lieferte die Bauteile nach Vorgabe eines exakten Zeitplanes „just-in-time“ auf die Baustelle. Die Montage selbst erfolgte mit eigenem Personal. Der hohe Vorfertigungsgrad der Rubner Holzbau Produktion ermöglichte eine schnellere Baustellenabwicklung und damit auch finanzielle Vorteile.

Das Turmbauwerk erstreckt sich über 10 Regelebenen mit einer Höhe von je 6,40 m, darüber sind zwei freiliegende Aussichtsplattformen mit der jeweiligen Geschosshöhe von 3,20 m angeordnet. Das gesamte Bauwerk ist aus 16 Leimholzpfählen, ausgesteift durch 10 elliptische Ringe und 80 Diagonalstreben, errichtet. In ca. 60 Meter Höhe kann man sich in der mit Panoramafenstern geschützten „Skybox“ aufhalten, die man entweder über die Aussichtstreppe oder alternativ mit dem Lift erreicht. Die „Skybox“ ist für temporäre Veranstaltungen nutzbar. Auf der Aussichtsplattform wird dem Besucher ein 360° Rundblick geboten. Einen besonderen Kick erhalten Besucher durch die längste Rutsche Europas, die aus ca. 50 Meter Höhe in die Tiefe führt.

Festivalpavillon KA300

Komplexes Stabwerk aus Holz und Stahl

Ein fliegender Bau mit skulpturaler Anmutung stand 2015 im Mittelpunkt des Karlsruher Sommerfests anlässlich des 300. Stadtgeburtstags: Die Architektur für den Pavillon KA300 stammt von J. Mayer H. und Partner, Architekten aus Berlin. Rubner Holzbau als Generalunternehmer errichtete den Bau einschließlich Zusatzgewerke wie Geländer, Treppen und Teile der Inneneinrichtung. Das Leistungspaket umfassteTragwerks-, Ausführungs- und Werkstattplanung sowie Produktion, Lieferung und Montage. 

Um eine kurze Bauzeit und termingerechte Fertigstellung im denkmalgeschützten Schlosspark zu garantieren, wurden alle Hölzer von Rubner montagefertig abgebunden und lasiert auf die Baustelle geliefert. In fünf Monaten Bauzeit waren alle Holzbauarbeiten abgeschlossen. Nach der Jubiläumsfeier vom 17. Juni bis 27. September 2015 baute Rubner die temporäre Konstruktion ab, das Material wurde anderweitig wiederverwendet.
 

Der Veranstaltungspavillon erstreckte sich über 52 x 27 m, war bis zu 16,4 m hoch und bot eine nutzbare Grundfläche von rund 1000 m². 300 bis 600 Besucher fanden im Erdgeschoss mit Bühne, Cafeteria und Infothek Platz. Die Raumhöhe von 5,20 m unterstrich die großzügige Offenheit des Bauwerks, das weiter über eine Ausstellungsebene sowie zwei Aussichtsplattformen verfügte. Das durch zum Teil bewegliche Membranen wettergeschützte Volumen belief sich auf 2800 m³, insgesamt umfasste die Hüllgeometrie der auskragenden Stabkonstruktion 12700 m³.
 

J.Mayer.H, Pavillon im Schlossgarten Karlsruhe, 300. Stadtgeburstag

Reflektionsfreie Halle

Ohne Nägel, Schrauben und Stahlteile

Im Bayerischen Oberjettenberg benötigte die Wehrtechnische Dienststelle für Schutz- und Sondertechnik (WTD 52) der deutschen Bundeswehr eine einzigartige Detektionshalle. Die Anforderungen an den 75 x 25 x 9 m großen Holzbau bestanden darin, störende Umwelteinflüsse zu minimieren und trotzdem Freifeldverhältnisse zu schaffen. Deshalb wurde beim Bau der Halle weitgehend auf Metall verzichtet, damit Versuche nicht durch Reflektionen aus der Umgebung gestört werden.

Im Hinblick auf die Nutzung der Halle musste die gesamte Konstruktion aus Baustoffen oder Bauteilen hergestellt werden, die metallfrei, nicht magnetisierbar und nicht elektrisch leitend sind. Die magnetische Suszeptibilität ließ der Bauherr für jedes Material prüfen. Das bedeutete für den Holzbau den kompletten Verzicht auf stählerne Nägel, Schrauben und Stahlteile. Im Wesentlichen wurden die Verbindungen über Formschluss, Eichennägel sowie Verklebungen ausgeführt. Zur Sicherung wurden Holznägel und Kunstharzpressholzstäbe verwendet.

In Köcherfundamente aus glasfaserverstärktem Beton wurden gabelförmige Brettschichtholzstützen eingespannt. Auf diesen ruhen Satteldach-Einfeldträger über die gesamte Hallenbreite. Die Binder mit gekrümmtem Untergurt sind 28 cm breit, im First ca. 2,30 m hoch und in BSH GL 28 h ausgeführt. Insgesamt kommen 500 m³ Brettschichtholz und rund 2.400 m² Dachelemente aus 550 m³  Furnierschichtholz zum Einsatz. 

Die großformatigen Dachelemente (2,5 x 16,0 m) sind vollgedämmte Kastenträger aus Furnierschichtholz, konstruiert mit einer Schraubenpressklebung, bei der die Schrauben anschließend wieder aus dem Element entfernt wurden. Die BSH Satteldachbinder wurden beidseitig mit Furnierschichtholzplatten verstärkt. Dabei ergab der normenkonforme Schraubenabstand von 12 x 12 cm, dass für die Schraubenpressklebung ca. 3.600 Schrauben je Binderseite im richtigen Abstand zueinander positioniert, eingedreht und später wieder herausgedreht werden mussten. Durch diese metallfreie Bauweise werden Radarreflexionen weitestmöglich  reduziert.